Wenn wir an Muskeln denken, denken viele zuerst an Kraft, Sportlichkeit oder Ästhetik. Doch Muskeln sind weit mehr als ein Bewegungsapparat. Sie sind eines der größten und stoffwechselaktivsten Organe unseres Körpers – mit enormem Einfluss auf Hormone, Stoffwechsel, Immunsystem, Gehirn und sogar unsere Lebenserwartung.
Muskeltraining ist deshalb keine Frage der Optik. Es ist eine Investition in Deine Gesundheit.
Die Skelettmuskulatur macht je nach Trainingszustand 30–50 % der gesamten Körpermasse aus. Damit ist sie das größte stoffwechselaktive Gewebe im Körper.
Glukose-Regulation & Diabetesprävention
Muskeln sind der wichtigste Speicher für Glukose. Rund 70–80 % der insulinvermittelten Glukoseaufnahme nach einer Mahlzeit findet in der Muskulatur statt.
Mehr Muskelmasse bedeutet:
Muskelkontraktionen können Glukose sogar unabhängig von Insulin aufnehmen. Das erklärt, warum Bewegung unmittelbar blutzuckersenkend wirkt.
Aktive Muskeln produzieren sogenannte Myokine – hormonähnliche Botenstoffe, die in den Blutkreislauf abgegeben werden. Heute weiß man, dass Muskeln ein eigenständiges endokrines Organ sind.
Wichtige Effekte von Myokinen:
Ein bekanntes Myokin ist Interleukin-6 (IL-6) – nicht zu verwechseln mit entzündlichem IL-6 bei Krankheit. Das durch Training freigesetzte IL-6 wirkt antientzündlich und metabolisch regulierend.
Muskeltraining wirkt daher systemisch – es beeinflusst den gesamten Organismus.
Muskeln sind entscheidend für die Regulation des Fettstoffwechsels:
Viszerales Fett (Organfett) steht in direktem Zusammenhang mit:
Mehr Muskelmasse reduziert genau diese Risikofaktoren.
Regelmäßiges Krafttraining:
Studien zeigen, dass Menschen mit höherer Muskelkraft ein signifikant geringeres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben.
Muskelkraft ist heute ein anerkannter Prädiktor für Langlebigkeit.
Chronische, stille Entzündungen („low grade inflammation“) gelten als Mitverursacher vieler Zivilisationskrankheiten:
Regelmäßige Muskelaktivierung reduziert entzündliche Zytokine und fördert entzündungshemmende Prozesse.
Bewegung wirkt daher wie eine natürliche entzündungsmodulierende Therapie.
Krafttraining beeinflusst mehrere hormonelle Systeme:
Mit zunehmendem Alter verlieren wir Muskelmasse (Sarkopenie). Bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt ein natürlicher Muskelabbau von etwa 1 % pro Jahr – wenn wir nichts dagegen tun.
Muskeltraining ist daher eine der effektivsten Anti-Aging-Strategien überhaupt.
Bewegung stimuliert die Bildung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor). Dieser Wachstumsfaktor:
Regelmäßiges Training kann das Risiko für Demenz reduzieren und die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern. Muskeln trainieren heißt also auch: Gehirn trainieren.
Eine gut trainierte Muskulatur:
Außerdem zeigen Studien, dass eine höhere Muskelmasse mit besseren Überlebenschancen bei schweren Erkrankungen oder Operationen verbunden ist. Muskelreserve bedeutet physiologische Reserve.
Moderates, regelmäßiges Krafttraining:
Ein bewegter Körper ist ein widerstandsfähiger Körper.
Nicht für das Spiegelbild.
Nicht für eine Zahl auf der Waage.
Nicht nur für Ästhetik.
Sondern weil Muskeln:
Muskeln sind Dein biologisches Gesundheitssystem.
Muskeltraining ist keine Lifestyle-Option. Es ist eine medizinisch relevante Maßnahme zur Prävention und Therapie zahlreicher Erkrankungen.
Jede Trainingseinheit ist ein Signal an Deinen Körper:
Bleib stark. Bleib widerstandsfähig. Bleib gesund.
Muskeln sind nicht nur Bewegung.
Sie sind Heilung in Aktion.
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